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BNEF: Steigende Waferpreise schmälern Margen der Photovoltaik-Hersteller

Nov

14

2017

Die Umweltaufsichtsbehörden haben mehrere Polysilizium-Fabriken in China stillgelegt. Dies führt zu einer unerwarteten Knappheit und steigenden Kosten für die nachgelagerten Photovoltaik-Hersteller. Gerade die Margen der Modulhersteller sind deutlich gesunken.

Die Preise für Polysilizium sind in den vergangenen vier Monaten um 35 Prozent gestiegen. Grund dafür ist nach einer Meldung von Bloomberg New Energy Finance (BNEF), dass die chinesischen Umweltaufsichtsbehörden mehrere Fabriken im Land stillgelegt haben. Dies führe zu einer unerwarteten Knappheit beim dem Rohmaterial. BNEF verweist darauf, dass die Preise je nach Region variierten. Mit einem durchschnittlichen globalen Spotmarktpreis von 15,80 US-Dollar pro Kilogramm sei im Oktober der höchste Wert seit Juli 2016 erreicht worden.

Die höheren Kosten für Silizium drückten bei gleichzeitig weiter sinkenden Modulpreisen die Gewinne der Photovoltaik-Hersteller. BNEF verweist auf Canadian Solar und Hanwha Q-Cells die bereits starke Gewinneinbrüche vermeldet hätten. Die Analysten erwarten, dass auch die Geschäftszahlen der chinesischen Photovoltaik-Hersteller JA Solar und Jinko Solar im dritten Quartal davon belastet sein werden. „Es gibt einfach nicht genug Polysilizium in China. Wenn die Preise nicht sinken, werden die Margen geschmälert“, so die Einschätzung von Carter Driscoll.

Nach Einschätzung seiner BNEF-Kollegin Jenny Chase kam es zu der Preisspitze, weil die umweltbedingten Schließungen mit dem Tiefpunkt der Polysiliziumproduktion aufgrund von jährlichen Wartungen der Fabriken zusammenfielen. So reduzierten einige chinesische Hersteller typischerweise im Sommer in Produktion, um ihre routinemäßigen Wartungen durchzuführen. Das Resultat sei eine Knappheit bei Polysilizium gewesen und in der Folge ein Anstieg der Preise von 14 auf 19 US-Dollar pro Kilogramm, wie es weiter hieß.

Auch die geltenden internationalen Anti-Dumping-Maßnahmen erschwerten es den chinesischen Herstellern, kostengünstiges Polysilizium einzukaufen, so Driscoll weiter. In China gelten seit vier Jahren hohe Zölle für Polysilizium-Importe aus den USA und Südkorea. Daher versuchten die chinesischen Photovoltaik-Hersteller, ihren Bedarf mit heimischem Silizium zu decken. Wie es im nächsten Jahr weitergehe, sei noch unklar. Es sei aber wieder mit einer Zunahme der Kapazitäten für die Silizumherstellung in China zu rechnen.

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