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97 Prozent der Gebäude müssen saniert werden

Nov

05

2017

Ein CO2-neutraler Gebäudebestand bis 2050 erfordert dem BPIE zufolge, dass die große Mehrheit der Gebäude in der EU sehr energieeffizient ist und mindestens über ein Energy Performance-Zertifikat (EPC) mit dem Level A verfügt. Die Analyse der verfügbaren EPC-Daten ergab jedoch, dass weniger als 3 Prozent der bestehenden Gebäude die Anforderungen des Level A erfüllen. Es müssten also 97 Prozent und nicht wie bisher angenommen 75 Prozent der Gebäude in der EU in den nächsten Jahren energetisch aufgewertet werden, um das gesteckte Ziel eines CO2-neutralen Gebäudebestandes zu erreichen.

Der höchste Anteil ausreichend energieeffizienter Gebäude findet sich den EPC-Daten zufolge derzeit in Frankreich mit 7 und Dänemark mit 8 Prozent. Für Deutschland seien keine vergleichbaren Daten offentlich verfügbar, Daten der Dena zeigten jedoch, dass nur 2 Prozent der Gebäude mit einem Energieverbrauch von bis zu 50 kWh/m² ausreichend effizient sind.

Bisher war man davon ausgegangen, dass alle Gebäude, die vor 1990 - also bevor es EU-Regelungen für Gebäude gab - errichtet worden sind, nicht ausreichend energieeffizient sind, alle danach errichteten dagegen effizient genug. So einfach sei es aber offenbar nicht, so das BPIE.

Dass die Zahlen zur Sanierungsrate in Deutschland derzeit nicht vergleichbar mit denen in anderen EU-Staaten sind, merkt auch der Bundesverband Energieeffiziente Gebäudehülle BuVEG in seiner jüngsten Veröffentlichung an. Er fordert das sich formierende Jamaika-Bündnis auf, die Klimapolitik neu zu ordnen. Der erste Schritt sei eine Definition der Zielgröße "klimaneutraler Gebäudebestand bis 2050". Nur mit einem klaren Ziel können die notwendigen Maßnahmen auf den Weg gebracht und langfristig von Politik und Wirtschaft unterstützt werden. Im zweiten Schritt müsse damit begonnen werden, die Sanierungsrate mindestens alle zwei Jahre für Wohn- und Nichtwohngebäude zu erfassen. "Die Zahlen, die wir heute haben, sind nicht vergleichbar und damit unbrauchbar", so der Verband. Drittens brauche es eine Reform der Förderung. Quelle: BPIE / sth

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