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Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE)

100 Prozent Erneuerbare Stromversorgung – Systemwechsel ist möglich

Okt

23

2014

In ihrem jüngsten Bericht stellt die Internationale Energieagentur (iea) fest, dass die Windenergie bei Erzeugungskosten zwischen „60 und 130 US-­Dollar je Megawattstunde an den Standorten wirtschaftlich ist, an denen die Windstärken und Finan­zierungsbedingungen vorteilhaft sind“. Auch Offshore sinken danach die Kosten – auch wenn sie noch deutlich über den Erzeugungskosten an Land liegen. Neben den sinkenden Kosten der Windenergie befördert der hohe Anteil des Windstroms im Energiemix einzelner Länder die Diskussion über die Gestaltung des weiteren Ausbaus. Deutschland nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein. Der Anteil des Windstroms hierzulande stieg 2013 auf 8,4 Prozent des Stromverbrauchs (50 Milliarden von 596 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh)), der Anteil aller Erneuerbaren Energien erreichte 24,7 Prozent bzw. 147 Mrd. kWh.

Investitionen in Windkraft oft günstiger als in fossile Kraftwerke

In einer Studie für den Bundesverband Windenergie (BWE) hat das Beratungsunternehmen WindGuard Erzeugungskosten in Deutschland in einer Spanne von 60 Euro pro Megawattstunde (Mwh) bis 110 Euro pro MWh ermittelt – je nach Windangebot. Damit sind Investitionen in Windkraftwerke oft günstiger als der Bau neuer fossiler Kraftwerke. Einigkeit herrscht unter Experten, dass das in über 60 Ländern bewährte System fester Einspeisevergütungen (Fixed Feed­in Tariffs) weiterentwickelt werden muss, um dem gestiegenen Anteil der Erneuerbaren gerecht zu werden. Als zentrale Elemente werden dabei laufende Tarifoptimierungen und weitere Marktelemente identifiziert. Wie der Energiemarkt der Zukunft auszusehen hat, wird in den kommenden Jahren im Zentrum der Energie­ und Klimapolitik stehen.

Kombikraftwerk zeigt, dass Energieversorgung mit Erneuerbare Energie sicher und steuerbar ist

 

Dass auch eine Energieversorgung mit 100 Prozent fluktuierender Erneuerbarer Energie technisch machbar ist, hat 2013 das Fraunhofer Institut Windenergie & Energiesystemtechnik (IWES) in seinem Langfristprojekt „Kombikraftwerk“ aufgezeigt. Die Forscher schlossen dabei mehrere Windparks, Biogas­ und Photovoltaikanlagen mit insgesamt über 80 Megawatt zusammen und bewiesen so, dass dieses Verbundkraftwerk neben dem nötigen Strom auch Regelleistung bereitstellen kann – und damit einen wichtigen Beitrag zur Stabilität der Stromversorgung zu liefern vermag. Fazit: Wenn Erneuerbare Energien in Kombikraftwerken verknüpft und gesteuert werden, können sie zusammen mit Speichern nicht nur jederzeit den Strombedarf in einem Industrieland wie Deutschland decken, sondern zudem im Netz für eine stabile Frequenz und Spannung sorgen.

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